Weißes Meranti

Shorea assamica, und andere, Dipterocarpaceae

Zu den häufigsten Nutzhölzern Südasiens zählen die zahlreichen Merantiarten; sie ähneln sich in den Strukturen, weisen aber in der Färbung, in der Festigkeit und teilweise auch in den Verarbeitungseigenschaften erhebliche Unterschiede auf. Da zwischen diesen Abweichungen und den verschiedenen Färbungen ein enger Zusammenhang besteht, wurden diese Hölzer nach Farbgruppen unterteilt: Rotes, Gelbes und Weißes Meranti. Letzteres wird jetzt auch häufiger importiert und kann in bestimmten Verwendungsbereichen eine zunehmende Bedeutung erlangen. - Hinsichtlich der Bezeichnung „Weiß" ist hervorzuheben, daß die meisten Hölzer dieser Gruppe eine gelbliche bis blaßbräunliche Färbung aufweisen. Die äußerlich ähnlichen und verwandten Hölzer des Gelben Meranti, des White Seraya und Yellow Balau unterscheiden sich in wesentlichen Eigenschaften von Weißem Meranti (vgl. „Anmerkungen" und Merkblätter 32, 102, 77). - Die hier verwendeten Bezeichnungen und Gruppierungen entsprechen den in Malaysia angewendeten Richtlinien.

Botanische Bezeichnungen
Shorea assamica, S. bracteolata, S. hypochra und andere Arten der Untergattung Anthoshorea aus der Gattung Shorea; Familie der Dipterocarpaceen.
Natürliche Verbreitung

.Malaysia (Malayische Halbinsel, Sabah, Sarawak); außerdem in Burma (Myanmar), Indien, Indonesien, Kambodscha, Laos, Philippinen, Thailand und Vietnam.

Weitere Handelsnamen
In Malaysia: White Meranti, Melapi, Meranti paang; in anderen Ländern: Chai, Koan, Lumbor, Makai, Pa-nong Uban (vgl. „Anmerkungen").
Kurzzeichen nach DIN 4076 Blatt 1
MEW
Beschreibung
Stammform
Zylindrisch, geradschaftig und nur selten mit fehlerhaften Abweichungen. Durchmesser bis 1,5 m, meist um 0,8 m stark und mit astfreien Längen bis 20 m.
Farbe und Struktur des Holzes
Splint im frischen Zustand weiß bis gelblichweiß und 4 bis 6 cm breit. Kernholz gelblich bis weiß, sich vom frischen Splint nur gering unterscheidend; getrocknet blaßgelblich bis gelblichbraun nachdunkelnd und matt glänzend, ohne sich von dem ebenfalls leicht nachdunkelnden Splint deutlich abzuheben. Poren zahlreich, mittelgroß bis grob und auf Querschnitten zerstreut oder in kurzen diagonalen Gruppen angeordnet, das Holzbild beeinflussend. - Holzstrahlen fein und nur als Spiegel gut sichtbar. -Speicherzellen in kleinen Feldern die Poren einfassend, wodurch diese auf glatten Querschnitten deutlich hervortreten; Speicherzellen auf Längsschnitten nicht mehr erkennbar. - Harzkanäle (vertikal), im Durchmesser meist feiner als die Poren, in durchlaufenden tangentialen Bändern oder Bandstücken mit sehr unregelmäßigen Abständen von 1 mm bis 1 cm; durch weiße Harzanfüllungen auf Längsflächen als Fladern oder feine Streifen auf nachgedunkeltem Kernholz gut erkennbar. - Faserverlauf mit leichtem Wechseldrehwuchs (Kieseleinlagerungen siehe „Eigenschaften).
Gesamtcharakter
Auffällig gleichmäßig strukturierte und meist porenreiche mäßig schwere Hölzer mit nur leichter Kernfärbung, Hölzern der nahe verwandten Gruppen White Seraya und Gelbes Meranti ähnlich (vgl. „Anmerkungen" und Merkblätter 102 und 32).
Handelsformen
Rundholz: ab 0,6 m Durchmesser und 4 m Länge aufwärts
Schnittholz: Einschnitt nach Standardmaßen
Platten: Furnier- und Schalungsplatten
Daten
Gewicht

- ungetrocknet (Rundholz): ca. 900 kg/m³
- lufttrocken: ca. 0,63 g/cm³
- darrtrocken: ca. 0,57 g/cm³
Druckfestigkeit (lufttrocken): ca. 55 N/mm²
Biegefestigkeit (lufttrocken): ca. 90 N/mm²
Werte von Shorea bracteolata, der häufigsten Art des Weißen Meranti, bei anderen Arten des Weißen Meranti können die oben angegebenen Mittelwerte bis ca. 1ß % darüber oder darunter liegen; siehe auch Tabelle).

Eigenschaften
Nach diesen Festigkeitseigenschaften ähnelt das Weiße Meranti tropischen Laubhölzern der gleichen Gewichtsgruppe, wie z. B. den afrikanischen Hölzern Framire und Limba. Der Einschnitt des frischen Holzes bereitet keine Schwierigkeiten. Mit fortschreitender Trocknung ist mit einem schnelleren Stumpfen der Werkzeugschneiden zu rechnen, das durch feine Kieselpartikel (Si02) hervorgerufen wird. Aus diesem Grunde sollte die Bearbeitung des Weißen Meranti nur mit bestückten bzw. stellitisierten Werkzeugen erfolgen. Aufgrund der Struktur, der mäßigen Härte und der überwiegend guten Stammform ist das Weiße Meranti nach entsprechender Dämpfung ein gutes Schäl- und Messerholz. Alle Holzverbindungen, Nagelungen, Verschraubungen sowie Verleimungen halten gut. Die Freilufttrocknung und auch die technische Trocknung sind ohne besondere Schwierigkeiten durchführbar, wenn eine zu schnelle Trocknung und zu geringe Querschnittdimensionen vermieden werden. Das Stehvermögen ist befriedigend. Weißes Meranti besitzt für Außenarbeiten stenz (Resistenzklasse 5 nach EN 350-2). Das Rundholz zählt noch nicht zu den „empfindlichen Hölzern", was sich beim Transport und der Lagerung auf die Erhaltung des Kernholzes günstig auswirkt; auch der Befall des Rundholzes durch Frischholzinsekten ist im allgemeinen deutlich geringer als bei der nahe verwandten Gruppe Red Meranti. - Trockene Hölzer ohne Eigengeruch.
Zu beachten ist, daß im innersten Kernholz kurzbrüchiges Holz vorkommen kann („brittle heart"), aber weniger als bei White Seraya und Rotem Meranti.
Oberflächenbehandlung

Weißes Meranti ist ein guter Anstrichträger.

Innenverwendung: In diesem Bereich können alle hierfür gebräuchlichen Mittel und alle Techniken angewendet werden, wie z. B. farblose und pigmentierte Lasuranstriche, Klar- und Farbwachse sowie transparente oder deckende Lacke. Die Beizfähigkeit ist gut.

Außenanwendung: Verfahren für diesen Bereich entfallen, da hierfür die Resistenz gegen Pilzbefall nicht ausreicht.

Verwendungsbereiche
Weißes Meranti ist für die Erzeugung von geschälten, besonders „gezogenen Decks" und gemesserten Furnieren gut geeignet. Eine gute Eignung besteht außerdem für die Herstellung von Sperrholz für Schalungsplatten, Waggons und Container. Wegen der meist schlichten Struktur und einheitlichen Färbung beschränkt sich jedoch die Verwendung der Furniere bei Möbeln auf deren Innenflächen. - Der Einsatz als Vollholz ist wegen des starken Stumpfens der Werkzeuge (vgl. „Eigenschaften") bei der Bearbeitung des trockenen Holzes begrenzt. Da jedoch andererseits das Stehvermögen und die Festigkeitseigenschaften einer vielseitigen Verwendung entgegenkommen, ist diese aus verarbeitungstechnischen Gründen auf stärkere Leisten, Türbekleidungen, Futter, Stollen und und einfache Rahmen zu beschränken.
Austauschhölzer
In der Sperrholzerzeugung für Limba (Merkblatt 19), Koto (Merkblatt 8), Merawan (Hopea spp.), Mersawa (Anisoptera spp.) und Rotes Meranti (Merkblatt 5); als Vollholz im Innenausbau für Limba.
Anmerkungen
Hölzer der Artengruppe Weißes Meranti werden außerhalb Malaysias meist mit oft auch unterschiedlich benannt, wie z. B. das Weiße Lauan von den Philippinen, das außerdem Hölzer der nahe Gattungen Shorea, Untergattung Rubroshorea und Parashorea (Merkblatt 102). enthält.
Literatur
Brazier, J. D.: Meranti, Seraya and allied Timbers. For. Prod. Res. Bull. No. 36; Princes Risborough/GB 1956.
Burgess, P. F.: Timbers of Sabah. Sabah For. Res. No. 6; Sandakan 1966.
Dahms, K.-G.: Asiatische, ozeanische und australische Exporthölzer, DRW-Verlag, Stuttgart 1982.
Desch, H. E.: Dipterocarp Timbers of the Malay Peninsula. Malayan For. Res. No.
14, Kuala Lumpur 1941.
Gottwald, H.: UIdentification et UAppellation des Bois de Lauan et de Lauan et de Meranti, in Rev. Bois For. Trop. No. 121; Paris 1968.

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